Wer den Anbieter wechselt, muss seine Handynummer nicht aufgeben. Die Rufnummernmitnahme, fachlich Portierung genannt, ist in Deutschland ein gesetzlich verankerter Anspruch und bei den meisten Anbietern kostenlos oder guenstig moeglich. Dennoch scheuen viele den Wechsel, weil unklar ist, welche Fristen gelten, was der Portierungscode bedeutet und wie man vermeidet, dass die Nummer zwischen zwei Vertraegen fuer Tage stillsteht. Dieser Ratgeber ordnet den Ablauf: Er erklaert, wie Sie den Code anfordern, welche Fristen 2026 beachtet werden muessen, wo Kosten entstehen koennen und wie der Wechsel bei den grossen Netzen sowie bei Discountern funktioniert. Ziel ist ein sachlicher Ueberblick, der den Wechsel planbar macht und typische Fehler vermeidet, ohne Werbesprache und ohne Uebertreibung.
Rechtsgrundlage und Anspruch
Die Mitnahme der Rufnummer ist in Deutschland seit vielen Jahren moeglich und beruht auf der Portierungsverordnung sowie den Regeln der Bundesnetzagentur. Grundsaetzlich hat jeder Kunde das Recht, seine Nummer zu einem neuen Anbieter zu nehmen, sofern er der bisherige Vertragsinhaber ist. Das gilt fuer Vertraege ebenso wie fuer Prepaid, sobald die Nummer auf den Nutzer registriert wurde. Eine Sperre durch den alten Anbieter wegen offener Rechnungen ist zulaessig, bis die Forderung beglichen ist, danach muss die Nummer aber freigegeben werden.
Wichtig ist, dass die Nummer zum Zeitpunkt der Portierung aktiv sein muss oder innerhalb einer Schonfrist noch verfuegbar bleibt. Wer einen Vertrag vor Ablauf kuendigt und die Nummer nicht rechtzeitig uebertraegt, riskiert deren Verlust. Die Portierung funktioniert nur, solange der Anschluss beim alten Anbieter noch besteht oder eine kurze Haltefrist greift. Deshalb wird die Mitnahme ueblicherweise parallel zum Wechsel organisiert, nicht erst nach Beendigung des alten Vertrags. Dieser zeitliche Zusammenhang ist die haeufigste Ursache fuer gescheiterte Wechsel.
Den Portierungscode anfordern
Der Portierungscode, auch Portierungsauftrag genannt, ist die schluesselnde Information fuer den Wechsel. Er besteht meist aus der Rufnummer und einer zusaetzlichen Kennung, die der alte Anbieter vergibt. Sie muessen den Code bei Ihrem bisherigen Anbieter anfordern, schriftlich, telefonisch oder ueber das Kundencenter. Viele Anbieter zeigen den Code inzwischen direkt in der App oder im Online-Portal an, sodass er nicht mehr per Post verschickt werden muss. Der Code ist in der Regel 30 Tage gueltig.
Beachten Sie, dass der Code nicht mit der Kundennummer oder der Rechnungsnummer identisch ist. Er muss explizit als Portierungscode angefordert werden. Manche Anbieter versuchen im Gespraech, den Wechsel durch guenstigere Angebote zu verhindern. Das ist zulaessig, aendert aber nichts an Ihrem Recht, den Code zu verlangen. Sobald Sie ihn haben, geben Sie ihn beim neuen Anbieter an, entweder im Bestellprozess oder nachtraeglich ueber das Kundencenter. Ohne Code kann der neue Anbieter die Nummer nicht uebernehmen.
- Code anfordern: beim alten Anbieter schriftlich, telefonisch oder im Portal
- Gueltigkeit: meist 30 Tage, danach neu beantragen
- Nicht verwechseln: Portierungscode ist nicht die Kundennummer
- Weitergabe: Code beim neuen Anbieter im Bestellprozess eingeben
- Sperre: bei offenen Posten erst begleichen, dann freigeben
Fristen und Zeitpunkt des Wechsels
Die Portierung dauert bei den meisten Anbietern ein bis drei Werktage ab Uebermittlung des Codes. Entscheidend ist der Wunschtermin, den Sie beim neuen Anbieter angeben koennen. Sinnvoll ist es, den Wechsel erst nach Ablauf des alten Vertrags zu legen, damit keine Luecke entsteht. Viele Anbieter uebernehmen die Koordination: Sie geben den Portierungscode an, und der neue Anbieter stimmt den Termin mit dem alten ab, sodass die Nummer nahtlos umbucht wird.
| Schritt | wer | Dauer ca. |
|---|---|---|
| Code anfordern | alter Anbieter | sofort bis 2 Tage |
| Code uebermitteln | neuer Anbieter | am Bestelltag |
| Abstimmung Termin | neue Anbieter | 1 bis 3 Werktage |
| Umschaltung | Netzbetreiber | meist ueber Nacht |
| Funktionstest | Kunde | am Morgen nach Umschaltung |
Ein typisches Problem ist die Ueberschneidung von Kuendigungsfrist und Portierungsfrist. Wenn Sie den alten Vertrag zum falschen Zeitpunkt kuendigen, ist die Nummer zum Wechseltermin bereits abgeschaltet. Umgekehrt laeuft der alte Vertrag weiter, wenn der Wechsel spaeter als geplant stattfindet. Deshalb ist es ratsam, den Portierungstermin bewusst zu waehlen und die Kuendigung so zu legen, dass der alte Anschluss bis zur Umschaltung bestehen bleibt. Der neue Anbieter informiert Sie ueber den genauen Termin.
Kosten der Rufnummernmitnahme
Die eigentliche Portierung ist bei den meisten Anbietern kostenlos. Die Bundesnetzagentur hat die Entgelte fuer die Mitnahme begrenzt, sodass viele Anbieter darauf verzichten, Gebuehren zu berechnen, um Kunden zu gewinnen. Dennoch gibt es Ausnahmen: Manche Marken erheben eine einmalige Portierungsgebuehr von wenigen Euro, andere berechnen die Mitnahme im Auslandssonderfall. Bei Prepaid faellt meist gar nichts an, sofern die Nummer korrekt registriert ist.
| Anbietergruppe | Portierungsgebuehr ca. | Bemerkung |
|---|---|---|
| Telekom (D1) | ca. 0 € | bei Vertrag meist entfallen |
| Vodafone (D2) | ca. 0 bis 5 € | je nach Tarif |
| O2 (D3) | ca. 0 € | bei Bestandskunden haeufig kostenlos |
| Discounter | ca. 0 € | Bedingung fuer Neukundenbonus |
| Auslandsumschaltung | ca. 5 bis 15 € | bei Wechsel aus anderem Landesnetz |
Besonderheiten bei Prepaid und eSIM
Bei Prepaid-Karten ist die Mitnahme moeglich, sofern die Karte auf den Nutzer registriert ist. Seit der Registrierungspflicht nach dem Gleichstellungsgesetz sind viele Prepaid-Karten personengebunden, was die Portierung erleichtert. Fehlt die Registrierung, kann der Anbieter die Nummer nicht zuordnen und damit nicht freigeben. Wer eine Prepaid-Karte mitnimmt, sollte die Registrierung vorab pruefen und den Portierungscode ueber das Prepaid-Portal anfordern.
Im Zusammenhang mit eSIM vereinfacht sich der Wechsel, weil kein physisches Medium mehr ausgetauscht wird. Der neue Anbieter bucht die Nummer softwareseitig auf das Geraet, sobald der Code vorliegt und der Termin erreicht ist. Das entfaellt die Wartezeit auf eine Postsendung mit Karte. Nachteilig ist lediglich, dass bei einem fehlerhaften Code die Einrichtung der eSIM nicht gelingt, weshalb die Korrektheit des Portierungscodes besonders sorgfaeltig geprueft werden sollte. Insgesamt ist die Kombination aus eSIM und Portierung der komfortabelste Wechselweg 2026.
| Aspekt | Physische SIM | eSIM bei Portierung |
|---|---|---|
| Code-Herkunft | aus Brief oder Portal | aus Portal oder App |
| Wegfall Post | nein, Karte kommt per Post | ja, sofort softwareseitig |
| Wechseldauer | 1 bis 3 Werktage | oft ueber Nacht |
| Zuordnung | je Nummer ein Code | je Nummer ein Code |
Bei dualer Nutzung, etwa wenn eine Nummer auf der physischen SIM und eine zweite auf der eSIM laeuft, ist genau zu klaeren, welche Nummer mitgenommen wird. Jede Nummer benoetigt einen eigenen Portierungscode. Wer versehentlich die falsche Nummer uebertraegt, muss den Vorgang korrigieren lassen, was Zeit kostet. Die Zuordnung sollte deshalb vor Abgabe des Codes schriftlich festgehalten werden.
Haeufige Gruende fuer gescheiterte Wechsel
Die haeufigste Ursache fuer eine nicht gelungene Mitnahme ist ein falsch uebermittelter oder abgelaufener Code. Der neue Anbieter kann die Nummer ohne korrekten Code nicht uebernehmen, und bei Ablauf des alten Vertrags verfaellt die Nummer. Ein zweiter Grund ist die Kuendigung des alten Anschlusses vor dem Portierungstermin, wodurch die Nummer bereits gesperrt ist. Drittens verweigern manche Anbieter die Freigabe bei unbeglichenen Rechnungen, was aber nach Zahlung nachgeholt werden kann.
Auch technische Verzoegerungen zwischen Netzen kommen vor, etwa wenn der neue Anbieter in einem anderen Netz einbucht als der alte. In seltenen Faellen dauert die Umschaltung einen Tag laenger. Wer den Funktionstest am Morgen nach dem Termin macht und keinen Empfang hat, sollte zunaechst das Geraet neu starten und die Netzwahl auf automatisch setzen. Bleibt der Empfang aus, hilft nur die Kontaktaufnahme mit dem neuen Anbieter, der die Portierung im Netz nachverfolgen kann. Geduld und korrekte Daten vermeiden die meisten Probleme.
- Falscher Code: Portierungscode praezise uebernehmen, keine Leerzeichen
- Abgelaufen: innerhalb der 30 Tage uebermitteln
- Zu frueh gekuendigt: alten Anschluss bis Umschaltung behalten
- Offene Posten: Rechnung begleichen vor Freigabe
- Netzwechsel: Umschaltung kann einen Tag ueberschreiten
Portierung ins Ausland und Sonderfaelle
Schwieriger wird die Mitnahme, wenn der Wechsel ueber Laendergrenzen hinweg geplant ist. Innerhalb Deutschlands bleibt die Nummer erhalten, sofern Netz und Anbieter wechseln. Ein Wechsel in ein anderes Land hingegen bedeutet in der Regel das Ende der bisherigen Rufnummer, da Nummernraeume an Laender gebunden sind. Wer ins Ausland zieht, erhaelt dort eine neue Nummer und kann die alte deutsche Nummer hoechstens ueber einen weiterlaufenden Tarif behalten, was technisch und preislich aufwaendig ist. Deshalb ist die Portierung ein Instrument fuer Wechsel innerhalb eines Landes, nicht zwischen Laendern.
Ein Sonderfall ist die mitgenommene Nummer bei einem Anbieterwechsel mit gleichzeitigem Wechsel des Netzes. Hier muss die Nummer erst vom alten ins neue Netz uebergeben werden, was bei manchen Kombinationen einen Tag laenger dauert als ein Wechsel innerhalb desselben Netzes. Wer wenig Zeit hat, sollte den Termin entsprechend legen und den neuen Anbieter nach der zu erwartenden Dauer fragen. Auch bei Geschaeftsnummern mit vielen Nebenstellen ist die Portierung komplexer, weil nicht nur eine Hauptnummer, sondern ein ganzer Nummernblock umgezogen werden muss.
Besonders bei Geschaetskunden lohnt es, den Wechsel fruehzeitig zu planen und einen Ansprechpartner beim Anbieter einzubinden. Eine falsch umgezogene Nebenstelle bedeutet fuer Kunden und Partner Tage der Nicht-erreichbarkeit, was mehr kostet als die gesparte Portierungsgebuehr. Wer diese Punkte beachtet, behaelt die Nummer auch in schwierigen Faellen und vermeidet, dass aus dem Sparen ein teurer Stillstand wird.
- Inland: Nummer bleibt bei Netz- und Anbieterwechsel erhalten
- Ausland: neue Nummer noetig, alte laendergebunden
- Netzwechsel: Umschaltung kann einen Tag ueberschreiten
- Geschaetsnummern: Nummernblock frueh planen
Fazit: Nummer behalten lohnt sich
Die Rufnummernmitnahme ist 2026 ein verlaesslicher Prozess, der den Wechsel zu guenstigeren Tarifen ohne Verlust der gewohnten Nummer erlaubt. Wer den Portierungscode rechtzeitig anfordert, den Termin sauber abstimmt und die Kuendigungsfristen beachtet, wechselt ohne Luecke. Die Kosten sind meist gleich null, der Aufwand ueberschaubar. Gerade bei eSIM wird der Wechsel zum Minutenakt, sobald der Code vorliegt.
Fuer Nutzer, die lange an einer Nummer haengen, ist die Mitnahme der sicherste Weg, Kontakte und Zugaenge zu behalten, die an die Nummer gebunden sind. Wer den Wechsel plant, sollte die Schritte dieses Ratgebers als Checkliste nutzen und den Code erst anfordern, wenn der neue Tarif feststeht. So bleibt die Nummer erhalten und der Wechsel gelingt ohne unnoetigen Stress.
Haeufige Fragen
Wie lange ist ein Portierungscode gueltig?
Ein Portierungscode ist in der Regel 30 Tage gueltig. Innerhalb dieser Frist muss er beim neuen Anbieter uebermittelt werden. Danach verfaellt er und muss neu beim alten Anbieter angefordert werden.
Kostet die Rufnummernmitnahme etwas?
Bei den meisten Anbietern ist die Portierung kostenlos. Einzelne Marken erheben eine einmalige Gebuehr von wenigen Euro. Teurer wird es meist nur bei Sonderfaellen wie einem Wechsel aus einem anderen Landesnetz.
Was passiert, wenn ich den alten Vertrag zu frueh kuendige?
Wird der alte Anschluss vor dem Portierungstermin gekuendigt, ist die Nummer zum Wechselzeitpunkt bereits gesperrt und geht verloren. Der alte Vertrag sollte bis zur Umschaltung bestehen bleiben.
Kann ich eine Prepaid-Nummer mitnehmen?
Ja, sofern die Prepaid-Karte auf Sie registriert ist. Fehlt die Registrierung, kann der Anbieter die Nummer nicht zuordnen. Pruefen Sie die Registrierung vorab und fordern Sie den Code ueber das Prepaid-Portal an.
Wie lange dauert der Wechsel bei eSIM?
Bei eSIM entfaellt der Versand einer physischen Karte. Sobald der Portierungscode vorliegt und der Termin erreicht ist, bucht der neue Anbieter die Nummer softwareseitig auf, meist ueber Nacht. Der Test folgt am Morgen.
Was tue ich, wenn nach dem Termin kein Empfang da ist?
Starten Sie das Geraet neu und setzen Sie die Netzwahl auf automatisch. Bleibt der Empfang aus, kontaktieren Sie den neuen Anbieter, der die Portierung im Netz nachverfolgen kann. Meist handelt es sich um eine kurze Verzoegerung.
